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Vision

Historische Gebäude erzählen Geschichten.
Wir erzählen diese Geschichten weiter. Aus Leidenschaft.

Stellen Sie sich vor, Sie betreten ein altes Gebäude
– nehmen wir eine Villa aus der Gründerzeit-
und in Ihrem Kopf beginnt sich ein Film abzuspielen:

Sie können sich bildlich vorstellen, wie Ende des neunzehnten Jahrhunderts ein Gast die Auffahrt entlang kommt und die Sandsteinstufen heraufgeht, wo er vom Dienstpersonal in das Gebäude geführt wird. Die Stufen führen ihn gleichzeitig auf ein höheres Niveau, abgehoben vom hektischen Alltag der aufkommenden Industriegesellschaft. Er taucht ein in eine andere Welt: Die individuelle Welt des Hausherrn mit seiner Familie. Im Entrée zeigen naturalistische Gemälde eine idealisierte mystifizierte Landschaft …

„Die starken und elastischen Tapeten, die von den Mauern durch einen leeren Raum getrennt waren, zeigten umfangreiche Landschaften, zartfarbig wie der dünne Teppich, der den Fußboden bedeckte, Idylle im Geschmack des 18. Jahrhunderts, mit fröhlichen Winzern, emsigen Ackersleuten, nett bebänderten Schäferinnen, die reinliche Lämmer am Rande spiegelnden Wassers im Schoße hielten oder sich mit zärtlichen Schäfern küßten … Ein gelblicher Sonnenuntergang herrschte meistens auf diesen Bildern, mit dem der gelbe Überzug der weiß lackierten Möbel und die gelbseidenen Gardinen vor den beiden Fenstern übereinstimmten.“ (alle Zitate aus „Die Buddenbrocks“ von Thomas Mann)

Eine weitere Tür öffnet den Blick auf das mit Holzvertäfelung und einem großen offenen Kamin ausgestattete Eingangshalle mit einer offenen, reich dekorierten Holztreppe ins Obergeschoss. Auf halber Höhe hat diese Treppe ein Podest, auf dem schon der Hausherr, aus seinen privaten Gemächern im Obergeschoss kommend, stehen bleibt, um den Gast zu empfangen. Man begibt sich zunächst in den Speisesaal …

„Die Meißener Teller mit Goldrand wurden gewechselt […] und Mamsell Jungmann rief Anordnungen in den Schalltrichter des Sprachrohres hinein, das den Eßsaal mit der Küche verband.“

Nach dem Essen begibt sich der Hausherr mit seinem Gast in den Salon. Thomas Mann lässt auch hier Räume literarisch lebendig werden:

„Im Verhältnis zu der Größe des Zimmers waren die Möbel nicht zahlreich. Der runde Tisch mit den dünnen, geraden und leicht mit Gold ornamentierten Beinen stand nicht vor dem Sofa, sondern an der entgegengesetzten Wand, dem kleinen Harmonium gegenüber, auf dessen Deckel ein Flötenbehälter lag. Außer den regelmäßig an den Wänden verteilten, steifen Armstühlen gab es nur noch einen kleinen Nähtisch am Fenster, und, dem Sofa gegenüber, einen zerbrechlichen Luxus-Sekretär, bedeckt mit Nippes.

Durch eine Glastür, den Fenstern gegenüber, blickte man in das Halbdunkel einer Säulenhalle hinaus, während sich linker Hand vom Eintretenden die hohe, weiße Flügeltür zum Speisesaale befand. An der anderen Wand aber knisterte, in einer halbkreisförmigen Nische und hinter einer kunstvoll durchbrochenen Tür aus blankem Schmiedeeisen, der Ofen.“

Die Räume sind durch große doppelflüglige Holztüren getrennt. Man brüstet sich in dieser Zeit damit, spontan zu größeren Empfängen einladen zu können. Bei diesen Anlässen werden die Türen geöffnet und die gesamte Etage wird zu einem großen Festsaal …

Man könnte diese Geschichten ewig fortsetzen.
Geschichten, die durch die Architektur der Gebäude erzählt werden.

Wir haben einen Traum…

  • … in dem diese alten Geschichten durch die historischen Gebäude weitererzählt werden.
  • … in dem historisch wertvolle Gebäude nicht aus reinem Profit dem Verfall ausgesetzt und abgerissen werden.
  • … in dem moderne komfortable Nutzungen mit der alten Substanz verträglich entstehen.
  • … in dem die neuen Bewohner zuerst denken und dann dämmen
  • … in dem sich neues Leben in den alten Gemäuern abspielt und neue Geschichten entstehen